30.12.2025: Eisbären stolpern bei 6:4 Niederlage in Brmerhaven weiter durchs Saisonfinale

Man kennt das ja: Weihnachten ist vorbei, der Bauch ist voll, der Kopf noch im Feiertagsmodus – und die Eisbären? Die machen's genauso. Nur dass sie nicht auf dem Sofa liegen, sondern in Bremerhaven 60 Minuten lang mit offenen Armen Gegentore empfangen. Am Ende steht ein 4:6 und das nicht nur auf der Anzeigetafel, sondern auch sinnbildlich für den Zustand der Mannschaft: hinten offen wie ein Scheunentor und vorne zu ideenlos, um ernsthaft für Gefahr zu sorgen. Und das, obwohl man mit einem Hattrick von Liam Kirk (ja, schon wieder er!) sogar mal führte. Kurzzeitig.

Aber beginnen wir von vorne. Das Spiel war wichtig. Platz sechs stand auf dem Spiel. Also quasi die letzte Haltestelle im Expresszug Richtung direkte Playoffs. Doch statt beherzt aufzuspielen, verteilten die Eisbären lieber Neujahrsgeschenke im Dezember. Powerplay-Gegentor? Check. Lücken in der Defensive? Check. Gegentreffer nach einfacher Passstafette? Natürlich. Alles wie gehabt.

Liam Kirk – aktuell der Einzige, der weiß, wo das gegnerische Tor steht – schoss die Berliner mit drei Treffern zwischenzeitlich sogar in Führung. Doch wie sagt man so schön? Führung ist bei den Eisbären gerade eher eine Einladung zum Zusammenbruch. Statt Stabilität kam erneut Chaos, statt Teamwork Einzelaktionen mit viel Tempo, aber wenig Hirn.

Und wenn sich dann der eigene Coach nach dem zweiten Drittel hinstellt und sagt, die Führung sei eigentlich unverdient gewesen, ist das ungefähr so ermutigend wie ein Beipackzettel, der mit „viel Glück“ beginnt.

Im Schlussdrittel ging dann wieder alles seinen gewohnten Gang. Bremerhaven mit dem Druck, die Eisbären mit den Ideen wie aus dem Wackelpudding-Kochbuch. Man hielt dem Forechecking der Pinguins nicht stand, verlor die Übersicht – und spätestens beim 4:6-Eigentor durch Lean Bergmann wusste man: Das ist kein Albtraum, das ist Realität.

Was bleibt, ist eine wachsende Frustration. Nicht nur beim Fan, sondern auch beim Team selbst – angeblich. Man spricht über Fehler, man sagt, man wolle sie abstellen, aber die Wiederholungsschleife läuft stabiler als jeder Spotify-Loop. Die Aussagen nach dem Spiel? Wieder das volle Bingo der Eishockey-Phrasen. Als ob „Wir müssen besser werden“ irgendwann plötzlich Realität wird, nur weil man’s oft genug gesagt hat.

Der Blick auf die Tabelle? Geht nach unten. Der Blick auf den Spielplan? Wird nicht einfacher. Und der Blick auf die Mannschaft? Sagt: Liam Kirk kann’s nicht allein richten. Jake Hildebrand tut einem inzwischen fast körperlich leid, und hinter Kirk kommen zu viele Mitfahrer, aber zu wenige Mitstreiter.

Kurz gesagt: Wenn das so weitergeht, ist nicht nur Platz sechs futsch, sondern bald auch der Playoff-Zug endgültig abgefahren. Und dann heißt es im April: Sommerpause statt Showdown.

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