10.1.2026: Eiskalt erwischt – aber irgendwie doch gewonnen: Die Eisbären 3:2 beim Wintergame in Dresden

Na bitte, geht doch! Im zweiten Anlauf haben die Eisbären Berlin endlich ihren ersten Sieg bei einem Wintergame eingefahren. Mit 3:2 nach Verlängerung wurde der Tabellenletzte aus Dresden bezwungen – und das vor über 32.000 Zuschauern in einem atemberaubenden Freiluft-Spektakel. Und ja, spektakulär war es. Zumindest alles, was *nicht* mit dem Spiel der Eisbären zu tun hatte.

Denn rein sportlich war das Ganze eher ein rustikales Outdoor-Grillen als ein kulinarisches Eishockey-Menü. Holzig, zäh, aber am Ende irgendwie doch heiß genug, um Punkte mitzunehmen. Und wenn man ehrlich ist: Ohne Liam Kirk wären die Berliner wohl mit leerem Magen heimgefahren. Der britische Goalgetter traf gleich zweimal und versenkte nach nur 14 Sekunden in der Verlängerung den Deckel drauf. Ein Mann, ein Wort, ein Tor. Oder in diesem Fall: zwei.

Eisbären-Coach Serge Aubin hatte vor dem Spiel das Line-up ein bisschen durchgemischt. Das sah auf dem Papier auch alles ganz fein aus – doch auf dem Eis war es eher eine Mischung aus „geht so“ und „wo war nochmal der Puck?“. Das Powerplay? Immerhin kein Totalausfall, aber der letzte Pass blieb genauso unauffindbar wie ein Bierstand ohne Schlange. Die Defensive? Phasenweise solide, phasenweise im kollektiven Winterschlaf – vor allem beim 2:1 für Dresden, als man kollektiv vergaß, dass Nachsetzen auch ein legitimes Mittel im Eishockey ist.

Dresden spielte derweil wie ein Team, das die Tabelle nicht lesen kann. Mit Kampf, Herz und der klaren Einstellung: „Wenn wir hier schon Letzter sind, dann wenigstens mit Stil.“ Und sie waren tatsächlich näher dran am Sieg – bis Ty Ronning, der MVP der letzten Finalserie, knapp zwei Minuten vor Schluss doch noch den Ausgleich reinmurmelte. Der Rest war dann Kirks britische Blitzentscheidung in der Overtime.

Fazit: Drei Drittel lang die große Frage, ob das Spiel wirklich den Weg aus dem Trainingslager geschafft hat – und dann doch zwei Punkte im Gepäck. Kein schönes Spiel, aber wer Punkte zählt, sollte keine Noten fürs Ballett vergeben. Die Eisbären holen einen Big Point im Kampf um Platz sechs. Und alle, die das gesehen haben, nehmen immerhin ein bisschen Wintergame-Magie mit nach Hause. Romantik in der Luft, Gänsehaut auf der Tribüne – und auf dem Eis ein Kirk, der wie ein Superheld auf Kufen durch das Freiluftchaos gleitet.

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