4.1.2026: Esbären schlagen Augsburg - und zittern sich mit 5:0 Führung zum 6:3 Sieg
Wer dachte, dass man mit einer 5:0-Führung im Rücken entspannt in ein letztes Drittel gehen kann, war wohl noch nie Fan der Eisbären Berlin. Denn wie so oft in dieser Saison lautet das Motto: Warum einfach, wenn's auch dramatisch geht? Am Ende steht zwar ein 6:3-Heimsieg gegen die Augsburger Panther – aber der Weg dorthin war mal wieder ein Slalomlauf zwischen Glanz, Grobmotorik und kurzzeitigem Nervenzusammenbruch.
Es ging eigentlich traumhaft los: 40 Sekunden gespielt, Liam Kirk steht frei wie ein Brandenburger Tor am Sonntagmorgen – 1:0. Der Brite hat mittlerweile so viele Tore geschossen, dass man sich ernsthaft fragt, ob er nachts heimlich durch die Arena läuft und dort auch noch ein paar reindrückt. Unterstützung gab’s von Marcel Noebels, der mit seinem Assist auf 500 Scorerpunkte in der DEL kam – herzlichen Glückwunsch, auch wenn das Spiel damals in Krefeld war. Und ja, die gibt’s wirklich nicht mehr in der Liga.
Was dann folgte, war zunächst solide Eishockeyarbeit mit einer Prise Chaos – also der Eisbären-Standard. Augsburg spielte mit, scheiterte aber entweder an Jonas Stettmer oder an sich selbst. Die Eisbären trafen, meist dann, wenn gerade keiner damit rechnete. Pföderl im Powerplay, Geibel mit Platz zum Zielen, Eder im Nachstochermodus – 4:0 zur zweiten Pause. Die Fans rieben sich die Augen. War das etwa… souverän?
Kurzzeitig. Denn wer sich in dieser Saison auf eine Führung verlässt, ist bei den Eisbären verloren. Nach dem 5:0 – schön abgefälscht von Blaine Byron – schaltete man im Geiste auf „Bier holen und runterzählen“. Augsburg sagte „Danke“ und traf zwei Mal in unter einer Minute. Und dann kam auch noch die Fünf-Minuten-Strafe gegen Tiffels, die Augsburg fast in ein Comeback verwandelte. Plötzlich stand es 5:3, der Puls war auf 180 und man hörte im Stadion deutlich mehr Zähneknirschen als Torjubel.
Zum Glück hatte Freddy Tiffels genug von der Spannung und versenkte den Puck ins leere Tor – 6:3, Deckel drauf, tief durchatmen. Irgendwie drei Punkte, aber wieder keine 60 Minuten Eishockey.
Fazit: Die Eisbären gewinnen, aber überzeugen? Das bleibt ein frommer Wunsch. Die Offensive liefert, die Defensive wackelt – und das mit der Konsequenz im Spiel ist ungefähr so zuverlässig wie ein Berliner Busfahrplan im Schneesturm. Der Sieg ist wichtig, keine Frage. Aber wenn man nicht bald lernt, eine Führung auch mal durchzuziehen, ohne sie auf dem Silbertablett anzubieten, wird’s mit der Aufholjagd in der Tabelle ganz schwer. Immerhin: Es geht in kleinen Schritten nach vorne – mit viel Drama, aber auch mit drei Punkten.
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