6.1.2026: 3:2 Sieg in München nach verschlafenem Start
Manchmal braucht es eben erst eine deutliche Kabinenansprache und ein paar mahnende Worte à la „So nicht, Freunde!“, bevor der Motor richtig anspringt. Genau das dachten sich offenbar auch die Eisbären Berlin beim Auswärtsspiel in München. Nach einem ersten Drittel, das man freundlich als „noch ausbaufähig“ bezeichnen könnte, rappelte es hinter den Kabinentüren. Freddy Tiffels plauderte später ganz entspannt bei Magenta Sport aus, dass man sich zusammengesetzt habe. Und siehe da – plötzlich liefen da nicht mehr die wankenden Titelverteidiger aufs Eis, sondern ein Team, das richtig Bock auf Eishockey hatte.
Mit dem Rücken zur Wand und dem bisher eher launischen Saisonverlauf im Gepäck (acht Niederlagen aus den letzten elf Spielen – autsch!) brauchte es dringend ein Ausrufezeichen. Und das lieferten die Eisbären prompt: 3:2-Sieg bei Red Bull München, zweiter Dreier in Folge, Stimmung gerettet. Ob das nun die langersehnte Konstanz ist oder einfach ein guter Tag – lassen wir das mal offen. Immerhin: So spielt kein Team, das den Ernst der Lage noch nicht erkannt hat.
Trainer Serge Aubin rotierte nur ein wenig in der Defensive herum, ließ vorne aber alles beim Alten – offenbar mit Erfolg. Denn nach dem etwas wilden Startdrittel, in dem Jonas Stettmer im Tor häufiger zum Feuerwehrmann wurde als ihm vermutlich lieb war, war plötzlich Struktur drin. Und Energie. Und Tore. Liam Kirk (natürlich trifft der wieder), Lean Bergmann (mit einem kuriosen Rebound-Wunder) und Les Lancaster (Rache ist eben doch süß, lieber Ex-Klub!) sorgten für das Berliner Tortrio.
München mühte sich, kam spät nochmal ran – aber so richtig zittern mussten die Eisbären nicht mehr. Die Defensive war solide, das Penaltykilling effektiv, und wenn's brenzlig wurde, stand da ja noch Stettmer. Nur das Ding von Freddy Tiffels kurz vor Schluss – das wäre der perfekte Schlusspunkt gewesen, wäre da nicht ein kleiner Handpass-Spielverderber namens Leo Pföderl gewesen. Aber sei's drum: Drei Punkte sind drei Punkte, Handpass hin oder her.
Unterm Strich: Die Eisbären sind noch nicht wieder der Dominator vergangener Tage, aber sie leben – und wie! Wenn jetzt noch das erste Drittel gestrichen und durch eine funktionierende Zeitmaschine ersetzt werden kann, dann ist da vielleicht doch noch ein Playoff-Run drin, der diesen Namen verdient. Bis dahin heißt es: Weiter fighten, weiter punkten – und bitte die Kabinenansprachen nicht vergessen. Die scheinen Wunder zu wirken.
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