8.1.2026: Ein Drittel Eisbären reicht nicht – 4:3 Niederlage in Iserlohn
Da dachten die Eisbären Berlin wohl, ein starkes Drittel reicht schon für den nächsten Sieg gegen den Lieblingsgegner aus Iserlohn. Falsch gedacht. Am Ende steht ein 3:4 in der Statistik, und man fragt sich: Haben die Eisbären beim letzten Drittel einfach vergessen, wieder aus der Kabine zu kommen?
Dabei fing alles doch so vielversprechend an – zumindest auf dem Papier. Rückkehrer Ty Ronning war wieder dabei, die Reihen wirkten vielversprechend zusammengestellt, und die Roosters schienen der perfekte Aufbaugegner: acht Siege in Folge hatten die Berliner gegen die Sauerländer zuletzt eingefahren. Und doch war es Iserlohn, das am Ende feierte. Wer sich auf Serien verlässt, der ist manchmal eben verlassen.
Das erste Drittel? Kann man getrost unter der Kategorie *„vergessen wir besser“* abheften. Die Roosters machten aus wenig viel – zwei Tore, ein bisschen Effektivität, und fertig war der perfekte Start für die Hausherren. Die Eisbären? Mit Spielanteilen, aber ohne Tore. Statt mit einem Powerplay zurückzuschlagen, stellte man sich lieber am Iserlohner Defensivkuchen die Zähne aus.
Dann aber das zweite Drittel – und plötzlich standen da nicht die Eisbären Berlin, sondern die Eisbären auf Speed. Liam Kirk, inzwischen offenbar mit eingebautem Torabo, ließ es wieder klingeln. Nicht nur einmal, sondern gleich zweimal – als hätte er sich vorgenommen, alleine das Spiel zu drehen. Dazwischen durfte auch Blaine Byron jubeln, und auf einmal waren die Eisbären das bessere Team, drückten, dominierten, wirbelten. Man musste fast schon die Eishalle nach Sauerstoffflaschen absuchen, so sehr drängten die Berliner aufs vierte Tor. Aber es blieb beim 3:2 nach 40 Minuten – und vielleicht lag genau da der Fehler.
Denn dann kam das Schlussdrittel. Und mit ihm das große Berliner Nichts. Nach vorne kam so viel wie der Winter in Berlin: viel Gerede, wenig Substanz. Iserlohn hingegen schnupperte Lunte, glich aus – und als alle schon dachten, das wird jetzt eine Overtime zum Zähneknirschen, kam Colin Ugbekile mit dem Gamewinner um die Ecke. 59. Minute. Autsch.
Unterm Strich bleibt: Ein Drittel reicht nicht. Schon gar nicht in dieser Liga, wo jeder jedem jederzeit alles einschenken kann. Und auch wenn Liam Kirk aktuell spielt, als sei er auf einer persönlichen Mission Richtung Torjägerkanone – ohne Unterstützung von Teamkollegen über 60 Minuten bringt auch das nicht viel. Die Eisbären bleiben also die Wundertüte der Saison: mal hui, mal pfui – aber immer irgendwie spannend. Nur Konstanz, die wäre langsam mal ganz nett.
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