23.12.2025: Ohne Disziplin und Struktur - 8:5 Niederlage in Mannheim

Alle Jahre wieder… Nein, diesmal kam nicht das Christkind – sondern eine deftige 5:8-Klatsche in Mannheim. Ein Abend vor Heiligabend wollten die Eisbären Berlin vermutlich festlich glänzen, schenkten stattdessen den Adlern Tore in Serie. Es war das zweite Auswärtsspiel in Folge, bei dem man sich gefühlt selbst beschenkte – allerdings mit Gegentoren.

Der Abend begann früh mit einem „Fest der Fäuste“: Yannick Veilleux und Tobias Fohrler sorgten bereits nach 1:54 Minuten für ordentlich Stimmung. Wer dachte, das wäre das Highlight gewesen, hatte den Defensivplan der Eisbären wohl noch nicht gesehen – sofern es einen gab. Denn nach einer aberkannten Führung durch Byron, einer Reihe von Strafen und dem ein oder anderen "Schläfchen" im eigenen Drittel hieß es am Ende des ersten Drittels: 1:4. Fröhliche Bescherung, Teil 1.

Das zweite Drittel? Eine Mischung aus Hoffnung, Kopfschütteln und fliegenden Strafzeiten. Ein sehenswerter Shorthander von Byron und ein Powerplaytor von Kirk ließen kurz weihnachtliche Gefühle aufkommen – doch das dauerte nur bis zur nächsten doppelten Unterzahl, die Mannheim eiskalt ausnutzte. Spieldauer gegen Jonas Müller? Natürlich. Gegentor Nummer sieben? Na logo. Trainer Serge Aubin dürfte spätestens zu diesem Zeitpunkt überlegt haben, ob man nicht einfach mit einem Disziplintrainer tauschen sollte.

Im letzten Drittel versuchten die Eisbären immerhin noch, aus dem Spiel so etwas wie ein Weihnachtswunder zu machen. Liam Kirk und Mitch Reinke verkürzten im Powerplay auf 5:7 – da zuckte sogar das Tannenbäumchen auf der Berliner Spielerbank kurz vor Hoffnung. Doch wie so oft an diesem Abend: Kaum war man dran, kam die nächste dumme Strafe. Diesmal durfte Lean Bergmann auf die Sünderbank und mit ihm alle Comebackträume. Das 5:8 ins leere Tor besiegelte dann endgültig die Bescherung – leider ohne Schleife, aber mit einer ordentlichen Packung.

Fazit: Die Eisbären haben sich wieder einmal selbst geschlagen. Disziplin? Fehlanzeige. Struktur? Irgendwo zwischen Geschenkeeinkauf und Weihnachtsstress verloren gegangen. Wer nach dem Interview von Freddy Tiffels noch geglaubt hat, in der Kabine sei alles Friede, Freude, Eierpunsch, der dürfte spätestens jetzt skeptisch sein. Die Tabelle kennt keine Feiertage – und wenn’s so weitergeht, feiern bald nur noch die anderen.

In diesem Sinne: Frohes Fest. Aber bitte ohne Unterzahl.

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