18.1.2026: Inkonstanz mit System: Eisbären stolpern in Wolfsburg und verlieren bei 2:5 mehr als nur Punkte
Ach, Eisbären. Man hatte es doch eigentlich fast in der Tasche. Mit einem Sieg in Wolfsburg wäre Platz sieben schon fast vakuumverpackt und in den Berliner Eistresor gewandert – aber nein, stattdessen wurde lieber eine 2:5-Packung geschnürt. Der Rückstand auf Platz sechs wächst, der Vorsprung auf die Grizzlys schmilzt, und was bleibt? Ein Spielbericht zwischen Hoffnung, Rückschlägen und dem berühmten Berliner Dauerthema: Inkonstanz mit Eisqualität.
Dabei fing der Abend gar nicht mal so frostig an. Kai Wissmann war zurück! Nach neun Monaten Pause endlich wieder im Line-up – man hätte fast einen roten Teppich vor die Spielerbank rollen können. Und seine Rückkehr zeigte sofort Wirkung: Das Powerplay der Eisbären sah mit ihm aus wie ein Orchester mit Dirigent. Zwei Minuten Dauerdruck, kein Gegentor – aber leider auch kein eigenes. Dafür gab’s dann später Gegentore en masse.
Besonders bitter: Blaine Byron, der eigentlich für kreative Impulse und Punkte sorgen soll, musste früh verletzt vom Eis. Wolfsburg spielte phasenweise härter als ein Berliner Winter, nur dass die Schiris offenbar auf Frühling programmiert waren – von Strafen keine Spur. Eine Szene wie aus einem schlechten Krimi: Opfer auf dem Eis, Täter nicht zur Rechenschaft gezogen.
Aber zurück zum Spiel. Wolfsburg traf glücklich zum 1:0, dann effektiv zum 2:0 – und dann kam Ty Ronning, der zumindest kurzzeitig Hoffnung machte. So wie das „Türchen auf“ beim Adventskalender: kurz süß, aber dann kommt halt nichts mehr. Ein Pfostenschuss von Hördler, ein kurzes Aufatmen – und dann kam Wissmann selbst zum großen Comeback-Moment: 2:2! Captain on Ice! Doch die Freude hielt ungefähr so lang wie ein Slush-Eis in der Sonne. Wolfsburg mit Doppelschlag, die Eisbären mit Doppelschatten.
Im Schlussdrittel passierte das, was in Berlin fast schon als Klassiker durchgeht: Man rannte, man mühte sich, aber man war eben immer einen Schlittschuh zu spät. Die Grizzlys konterten sich zum 5:2 – Eisbären-Defensive? Eher eine Einladungskarte mit Schleife. Offensiv? Nur noch ein Echo aus besseren Spielen.
Und so bleibt: Die Eisbären haben sich in Wolfsburg nicht nur zwei Punkte klauen lassen, sondern auch eine Portion Selbstvertrauen und vielleicht sogar die Kontrolle über ihre eigene Playoff-Zukunft. Platz sechs? Momentan so weit weg wie das Sommertraining. Platz sieben? Jetzt auch in Gefahr. Und das größte Problem: Man kann sich einfach nicht auf die eigene Leistung verlassen – außer, wenn es darum geht, unberechenbar zu sein.
Immerhin, Kai Wissmann ist wieder da. Vielleicht ist das ja der Anfang von etwas... konstantem? Oder zumindest konstant Besserem. Sonst bleibt von dieser Saison am Ende nur das Motto: „Unbeständig durch die Liga – powered by Eisbären Berlin.“
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