25.2.2026: Verunsichert, verzettelt, verloren – Eisbären stolpern 2:3 gegen Straubing
Es sollte ein Abend der Kampfansage werden. Ein erstes Ausrufezeichen im Rennen um Platz sechs. Stattdessen setzten die Eisbären Berlin eher ein Fragezeichen – und zwar ein ziemlich großes. Am Ende stand eine 2:3-Niederlage gegen die Straubing Tigers auf der Anzeigetafel, und die Erkenntnis des Abends lautete: Ein Gegentor kann mehr auslösen als nur einen neuen Spielstand.
Dabei begann alles gar nicht so verkehrt. Die Eisbären wollten, sie bemühten sich, sie liefen – nur die Präzision hatte offenbar noch Winterpause. Beide Teams starteten mit viel Offensivdrang, aber auch mit reichlich Streuverlust. Pässe ins Nirgendwo, Abschlüsse mit Navi-Fehler und ein Spiel, das eher an Flipper als an Playoff-Hockey erinnerte.
Dann kam das Powerplay. Ja, genau das Powerplay. Jenes, das bislang eher als Serviceleistung für gegnerische Unterzahlformationen bekannt war. Und siehe da: Acht Sekunden Überzahl reichten, damit Ty Ronning die Scheibe in die lange Ecke setzte und die Arena am Ostbahnhof jubeln durfte. Plötzlich führte man 1:0 und alles schien möglich. Lean Bergmann wirbelte, die Defensive stand halbwegs stabil, und man durfte sich fragen: Geht da heute was?
Spoiler: leider nein.
Mit dem 1:1 durch Marcel Brandt begann das große Berliner Wackeln. Was vorher noch einigermaßen sortiert wirkte, zerfiel innerhalb weniger Minuten wie ein Kartenhaus im Ventilator. Erst der Ausgleich, dann das 1:2 – wieder Brandt, der in Berlin offenbar sträflich unterschätzt wurde – und schließlich das 1:3 durch Ryan Merkley. Die Defensive? Irgendwo zwischen Orientierungslosigkeit und Gruppenausflug. Jonas Stettmer konnte einem fast leidtun, so allein gelassen wurde er zwischenzeitlich.
Bemerkenswert war weniger das Gegentor selbst als die Reaktion darauf. Mit dem ersten Einschlag schlich sich Verunsicherung ins Spiel der Eisbären, und die blieb hartnäckiger als jede Wintergrippe. Pässe wurden hektischer, Laufwege unsauberer, Entscheidungen fragwürdiger. Statt gemeinsam Lösungen zu suchen, versuchte man es immer häufiger im Alleingang. Brechstange statt Feinarbeit.
Und doch keimte nochmal Hoffnung auf. Andreas Eder vollendete eine sehenswerte Kombination zum 2:3. Genau so ein Spielzug, wie man ihn aus besseren Zeiten kennt: schnell, präzise, mannschaftlich geschlossen. Für einen Moment blitzte das auf, was diese Mannschaft eigentlich kann.
Im Schlussdrittel war das Bemühen spürbar, aber eben auch die Ratlosigkeit. Straubing lauerte clever auf Konter, nahm geschickt Zeit von der Uhr und überließ den Eisbären den Puck – wohl wissend, dass diese damit aktuell nicht immer etwas Zwingendes anzufangen wissen. Marcel Noebels traf im Powerplay nur den Pfosten, und auch sonst blieb Henrik Haukeland vergleichsweise entspannt in seinem Torraum.
Trainer Serge Aubin zog am Ende noch alle Register, nahm den Goalie vom Eis, Auszeit, alles oder nichts. Es wurde nochmal geworfen, gekämpft, geschossen – nur eben nicht getroffen. So blieb es beim 2:3 und bei der bitteren Erkenntnis, dass sich im Vergleich zur Zeit vor der Pause erschreckend wenig verändert hat.
Drei Punkte Rückstand auf Platz sechs, nur drei Punkte Vorsprung auf Rang acht – die Tabelle meint es nicht gut mit den Berlinern. Und wenn man ehrlich ist, tun sie selbst auch nicht allzu viel dafür, dass sich das ändert.
Das erste von acht Endspielen ist verloren. Und wenn die Eisbären eines aus diesem Abend mitnehmen sollten, dann vielleicht das: Ein Gegentor darf wehtun. Aber es sollte nicht das gesamte Spiel gleich mit in Schockstarre versetzen.
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