31.3.2026: Matchpuck mit Biss: Die Eisbären lassen Straubing anbeißen und ziehen davon
Die Eisbären Berlin haben sich mit einem verdienten 2:1 gegen die Straubing Tigers den ersten Matchpuck in dieser Viertelfinalserie gesichert und dabei einmal mehr bewiesen, dass Playoff-Hockey nicht immer ein Offensivfeuerwerk sein muss. Manchmal reicht es auch, früh zuzuschlagen, hinten alles wegzuräumen und dem Gegner das Gefühl zu geben, gegen eine Wand aus Schlittschuhen, Schlägern und Berliner Sturheit anzulaufen. Genau das war an diesem Abend der Fall.
Nach der deutlichen Pleite im ersten Spiel der Serie hat sich Berlin eindrucksvoll gefangen und liegt nun mit 3:1 vorne. Aus einer unangenehmen Ausgangslage ist plötzlich eine ziemlich gemütliche geworden. Gemütlich natürlich nur auf dem Papier, denn auf dem Eis wurde wieder gearbeitet, gerackert und verteidigt, als gäbe es dafür Überstundenbonus. Vor allem Ty Ronning drückte dem Spiel erneut seinen Stempel auf. Ein Assist, ein Tor, jede Menge Präsenz und dazu wieder dieser Eindruck, dass er in dieser Serie überall gleichzeitig auftaucht. Wenn Straubing ihn nicht auf dem Zettel hatte, dann vermutlich nur deshalb, weil er schon wieder an der nächsten Szene beteiligt war.
Im Line-up gab es ein paar Anpassungen. Markus Niemeläinen kehrte zurück, Lennart Nieleck stand erstmals im DEL-Kader und Jean-Sébastien Dea rotierte aus dem Team. Auch in den Reihen wurde etwas geschoben, ohne dass dabei die Berliner Ordnung verloren ging. Im Gegenteil: Die Eisbären wirkten von Beginn an stabil, konzentriert und sehr genau wissend, was sie an diesem Abend sein wollten. Nicht verspielt, nicht wild, sondern effizient und unangenehm. Also ziemlich genau das, was man in den Playoffs nur sehr ungern als Gegner vor sich hat.
Der Beginn der Partie war zunächst noch vorsichtig, ehe die Stimmung nach etwas mehr als drei Minuten die ersten Funken schlug. Es wurde geschubst, diskutiert und natürlich auch direkt die Strafbank bevölkert. Playoffs eben, da gehört ein bisschen Theater zum Pflichtprogramm, und beide Teams hatten früh Lust auf diese spezielle Art von Abendunterhaltung. Während Straubing eher den Weg über Provokation suchte, blieben die Eisbären beim deutlich sinnvolleren Plan und spielten Eishockey. Das zahlte sich schnell aus, denn Marcel Noebels brachte Berlin in Führung. Kurz danach legte Ty Ronning im Powerplay das 2:0 nach. Zwei gute Berliner Momente, zwei Tore, und Straubing hatte früh die Quittung für einen Abend bekommen, an dem die Eisbären vor dem Tor wieder einmal erstaunlich kaltblütig waren.
Mit der Führung im Rücken zeigte Berlin zwischenzeitlich sogar spielerisch feine Ansätze, auch wenn dabei nicht jeder Pass ankam. Man hatte ein wenig das Gefühl, dass die Eisbären kurz Lust auf Glanz hatten, sich dann aber wieder daran erinnerten, dass in einem Playoff-Spiel Schönheitspunkte ungefähr so viel wert sind wie ein eleganter Stockwirbel beim Bullyverlust. Also ging es zurück zur klaren Linie: sicher stehen, Zweikämpfe annehmen und Straubing möglichst wenig Raum geben.
Besonders auffällig war erneut die Berliner Defensivarbeit. Die Tigers kamen zwar zu ihren Momenten, fanden aber kaum Wege durch dieses kompakte Bollwerk. Was durchkam, wurde oft von Jonas Stettmer entschärft, der wieder ein sehr starker Rückhalt war. Vor ihm arbeiteten die Eisbären leidenschaftlich, konsequent und mit genau dem Biss, den man in dieser Phase der Saison braucht. Das zweite Drittel bot zwar weniger Tore, dafür aber ein Spielbild, das aus Berliner Sicht fast genauso wertvoll war. Straubing suchte Lösungen, fand aber kaum welche. Berlin musste nicht ins Risiko gehen und lauerte auf seine Möglichkeiten. Dass Bergmann und Pföderl bei ihren Alleingängen die Vorentscheidung verpassten, machte die Sache zwar unnötig spannend, änderte aber nichts daran, dass die Eisbären die Kontrolle behielten.
Im Schlussdrittel setzte sich dieser Eindruck fort. Straubing rannte an, Berlin hielt dagegen. Die Eisbären ließen weitere Chancen liegen, ohne dass ihnen das Spiel komplett entglitt. Die Tigers versuchten alles, nahmen früh den Goalie vom Eis und kamen eine Minute vor Schluss durch Tyler Madden noch zum Anschlusstreffer. Für eine echte Wende reichte das aber nicht mehr. Das 2:1 war am Ende nur noch ein letzter kurzer Nervenkitzel, bevor Berlin den Sack zumachte und sich den dritten Sieg in der Serie sicherte.
So stehen die Eisbären nun mit einem Bein in der nächsten Runde und haben sich den Matchpuck redlich verdient. Berlin wirkt in diesen Tagen wie eine Mannschaft, die genau verstanden hat, worauf es ankommt: effizient sein, defensiv konsequent bleiben und dem Gegner keine Sekunde das Gefühl geben, hier die bequemere Nacht zu erwischen. Straubing ist weiterhin nicht harmlos, aber die Eisbären haben die Serie inzwischen klar in ihre Richtung gezogen. Und wenn sie weiter so verteidigen, weiter so ruhig bleiben und vorne im richtigen Moment zustechen, dann könnte aus dem Matchpuck sehr bald ein Halbfinalticket werden.
Kommentare
Kommentar veröffentlichen