26.4.2026: 5:1 gegen Mannheim: Eisbären feiern Final-Party, Adler suchen noch die Einladung
Die Eisbären Berlin haben auch Spiel zwei der Finalserie für sich entschieden und Mannheim beim 5:1 in der Arena am Ostbahnhof erneut ziemlich deutlich die Grenzen aufgezeigt. Nach dem 7:3-Auswärtssieg zum Auftakt steht es in der Serie nun 2:0 für den Titelverteidiger. Und wenn man ehrlich ist: Bisher wirkt dieses Finale eher wie ein Berliner Bewerbungsschreiben für die nächste Meisterfeier, während Mannheim noch versucht, den Drucker einzuschalten.
Dabei starteten die Adler durchaus engagiert. Mannheim brachte die Scheiben früh schnell in Richtung Berliner Tor und kam auch direkt zu guten Möglichkeiten. Doch im Tor der Eisbären stand erneut Jonas Stettmer, der offenbar beschlossen hat, in diesen Playoffs einfach keine normalen Arbeitstage mehr einzulegen. Der Berliner Goalie war hellwach, parierte stark und sorgte dafür, dass die Mannheimer Anfangsoffensive ohne Ertrag blieb.
Auf der anderen Seite machten die Eisbären genau das, was sie in diesen Playoffs so gefährlich macht: Sie nutzten ihre Chancen eiskalt. Bereits in der dritten Minute traf Manuel Wiederer zum 1:0 und zeigte damit einmal mehr, dass diese Berliner Mannschaft nicht nur von einer Top-Reihe lebt. Das Secondary Scoring funktioniert, die Tiefe im Kader stimmt, und für Gegner ist das ungefähr so angenehm wie ein Zahnarzttermin ohne Betäubung.
Mannheim blieb im ersten Drittel zwar aktiv und hatte seine Momente, doch Berlin wirkte reifer, klarer und vor allem effizienter. Gegen Ende des Drittels wurde es dann erstmals ruppiger. Ty Ronning und Kris Bennett tauschten ein paar weniger romantische Nettigkeiten aus, auch Dan Renouf suchte offenbar Beschäftigung. Sportlich blieb der größere Eindruck aber bei den Eisbären, die mit einer 1:0-Führung in die erste Pause gingen.
Im zweiten Drittel dauerte es kaum länger als im ersten, bis Berlin erneut zuschlug. Liam Kirk nahm sich ein Herz, setzte zu einer starken Einzelaktion an und vollendete zum 2:0. Mannheim versuchte zwar direkt zu antworten, doch Stettmer machte weiter den Spielverderber. Für Berliner Fans war das natürlich wunderbar, für Mannheimer Angreifer vermutlich ein Abend, an dem man irgendwann anfängt, den Puck persönlich zu beleidigen.
In dieser Phase entwickelte sich ein schnelles, intensives Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Mannheim bekam auch ein Powerplay, doch der Anschlusstreffer wollte nicht fallen. Stattdessen wuchs der Frust bei den Gästen sichtbar. Nicolas Mattinen sammelte eine Disziplinarstrafe ein, während die Eisbären angenehm unbeeindruckt blieben. Berlin konzentrierte sich auf Eishockey, Mannheim zunehmend auf Nebengeräusche. Das Ergebnis: 2:0 nach 40 Minuten.
Im Schlussdrittel mussten die Adler eigentlich dringend reagieren. Doch die Berliner Defensive stand stabil, ließ wenig zu und nahm Mannheim immer mehr den Glauben an eine Wende. In der 47. Minute sorgte Leo Pföderl dann für die Vorentscheidung. Er fuhr ins Angriffsdrittel, zog ab und stellte auf 3:0. Ein Tor der Kategorie: einfach, direkt, schmerzhaft.
Kurz darauf durfte Mannheim erneut in Überzahl ran, aber auch daraus entstand wenig Zählbares. Die Eisbären hingegen hatten noch nicht genug. Pföderl packte in der 54. Minute den Hammer aus und erhöhte auf 4:0. Nur zehn Sekunden später traf Eric Hördler zum 5:0. Spätestens da verwandelte sich die Arena am Ostbahnhof endgültig in ein Berliner Partyhaus. Im Gästeblock dagegen wurde es verständlicherweise etwas stiller. Man kann eben nicht gleichzeitig leiden und laut sein.
Mannheim fiel in der Schlussphase vor allem durch Provokationen auf. Dan Renouf und Luke Esposito wirkten eher wie Bewerber für eine Nebenrolle im nächsten Playoff-Theater als wie Spieler, die noch ernsthaft an ein Comeback glaubten. Dallas Eakins zog bei einem späten Powerplay sogar den Torhüter, obwohl die Partie längst entschieden war. Zach Solow traf zwar noch zum 5:1, doch mehr als Ergebniskosmetik war das nicht.
Die Eisbären gewinnen damit auch das zweite Finalspiel hochverdient und führen in der Serie mit 2:0. Noch ist nichts gewonnen, denn eine Meisterschaft gibt es bekanntlich nicht für zwei starke Auftritte. Aber Berlin hat den halben Weg gemacht und wirkt bisher in allen entscheidenden Bereichen überlegen: effizienter vor dem Tor, stabiler in der Defensive, nervenstärker im Kopf und mit einem Jonas Stettmer im Tor, der Mannheim langsam in die kollektive Verzweiflung treibt.
Für die Adler wird es nun richtig ungemütlich. Sie brauchen dringend eine Antwort, sonst könnte diese Finalserie schneller vorbei sein, als ihnen lieb ist. Die Eisbären dagegen haben alles in der eigenen Hand. Und wenn sie weiter so auftreten, darf man in Berlin schon mal vorsichtig prüfen, ob die Meisterfeier-Playlist noch irgendwo gespeichert ist.
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