28.4.2026: Mik macht den Hattrick-Haken dran: Eisbären holen sich in Mannheim den Matchpuck

Die Eisbären Berlin sind in diesem Finale weiterhin ungefähr so gemütlich unterwegs wie ein Schneepflug auf der linken Spur: Wer im Weg steht, wird beiseitegeräumt. Mit 5:1 gewannen die Berliner auch Spiel drei bei den Adler Mannheim und führen in der Finalserie nun mit 3:0. Damit fehlt dem DEL-Rekordmeister nur noch ein Sieg zur nächsten Titelverteidigung und zur insgesamt zwölften deutschen Meisterschaft.

Dabei begann der Abend alles andere als entspannt. Nach gerade einmal 21 Sekunden war für Kapitän Kai Wissmann Schluss, nachdem er nach einem Check gegen Maximilian Heim aus dem Spiel genommen wurde. Dazu musste auch Dan Renouf auf die Strafbank. Mannheim bekam also früh die Chance, Schwung aufzunehmen, und nutzte diesen Start tatsächlich: Marc Michaelis traf nach drei Minuten zum 1:0. Im Mannheimer Ufo keimte Hoffnung auf. Kurz sah es so aus, als hätten die Adler den Reset-Knopf gefunden.

Doch die Eisbären machten das, was sie in diesen Playoffs erstaunlich oft machen: einmal kurz schütteln, Helm richten, weiterspielen. Danach zogen sie ihren Plan konsequent durch. Das Spiel wurde intensiv, schnell und umkämpft, aber Berlin blieb ruhig. In der elften Minute traf Eric Mik zum 1:1. Vorbereitet wurde der Treffer von Leo Pföderl, der damit seinen 30. Finalscorerpunkt sammelte. Andere sammeln Briefmarken, Pföderl sammelt Finalpunkte.

Nach dem ersten Drittel stand es 1:1, und Mannheim durfte noch hoffen. Im zweiten Drittel änderte sich das allerdings deutlich. Die Eisbären erhöhten den Druck, und Les Lancaster brachte Berlin in der 25. Minute mit 2:1 in Führung. Mannheim hatte zwar Chancen, auch im Powerplay, aber Jonas Stettmer machte wieder einmal den Türsteher im Berliner Tor: Heute leider keine Scheibe auf der Gästeliste.

Während Mannheim anlief und verzweifelte, zeigten die Eisbären erneut ihre beeindruckende Effizienz. Kurz vor der zweiten Pause behauptete Frederik Tiffels stark die Scheibe, legte sie artistisch mit der Hacke weiter auf Leo Pföderl, und der fand erneut Eric Mik. Der Verteidiger traf zum zweiten Mal an diesem Abend und stellte auf 3:1. Hacke, Pföderl, Mik – das klang in diesem Moment weniger nach Eishockey und mehr nach einer sehr exklusiven Berliner Spezialität.

Im Schlussdrittel wurde es dann endgültig bitter für Mannheim. Die Adler fanden kaum noch Lösungen, die Eisbären kontrollierten das Spiel immer souveräner, und auf den Rängen lichteten sich bereits die Reihen. Dann kam der große Moment des Eric Mik. In der 51. Minute traf er zum 4:1 und schrieb damit DEL-Geschichte: Er ist der erste Verteidiger, dem ein Hattrick in einer Finalserie gelang. Damit hatte wohl wirklich niemand gerechnet. Nicht Mannheim, nicht die Fans, vermutlich nicht einmal die Bingo-Karten-Abteilung der Eisbären.

Nur 14 Sekunden später wollte Liam Kirk offenbar daran erinnern, dass Stürmer auch noch mitspielen dürfen, und erzielte das 5:1. Spätestens da war die Partie entschieden. Im Gästeblock wurde gefeiert, während Mannheim nur noch Schadensbegrenzung betreiben konnte.

Was diese Eisbären aktuell leisten, ist schwer in normale Worte zu packen. Nach einer Hauptrunde mit mehr Baustellen als Glanzmomenten hatten viele nicht mit einer erneuten Finalteilnahme gerechnet. Dazu kamen zahlreiche Ausfälle, wichtige Spieler fehlten, und in Spiel drei musste mit Wissmann nach wenigen Sekunden der nächste Leistungsträger raus. Normalerweise wäre das ein Moment, in dem ein Team wackelt. Die Eisbären aber scheinen solche Rückschläge inzwischen eher als sportliche Extra-Würze zu betrachten.

Genau das macht diese Mannschaft so gefährlich. Es ist nicht nur eine Reihe, nicht nur ein Star, nicht nur ein einzelner Matchwinner. Mal treffen die Stürmer, mal die Verteidiger, mal hält der Torhüter alles fest, was nicht bei drei im Fangnetz ist. Jeder kann den Unterschied machen. Diesmal war es Eric Mik, der mit seinem Hattrick den Abend prägte.

Für Mannheim wird die Lage nun maximal unangenehm. Dallas Eakins muss bis Donnerstag ein Gegenmittel finden, sonst endet die Finalserie bereits mit der Berliner Meisterfeier. Die Eisbären stehen kurz vor dem nächsten Titel, Serge Aubin vor seiner 15. erfolgreichen Playoff-Serie. Und die Konkurrenz? Die hatte in dieser Saison so viele Chancen wie lange nicht, Berlin vom Thron zu stoßen. Genutzt hat sie bisher keine.

Die Eisbären dagegen stehen wieder genau dort, wo sie sich offenbar am wohlsten fühlen: ganz oben, mit einem Bein auf dem Meisterbalkon und dem anderen schon halb im Feiermodus.

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