25.9.2026: Foudy entscheidet Eishockey-Krimi: Eisbären gewinnen 6:5 n.P. in Köln
Ein sicher geglaubter Sieg, zwei späte Kölner Tore und ein Debütant als Matchwinner: Die Eisbären Berlin haben bei den Kölner Haien einen echten Eishockey-Krimi erlebt. Am Ende stand es nach 65 Minuten 5:5. Dann kam der große Moment von Jean-Luc Foudy. Der Neuzugang traf bei seinem DEL-Debüt als einziger Schütze im Penaltyschießen und sicherte den Eisbären den 6:5-Sieg n.P. und damit den ersten Auswärtserfolg der Saison.
Dabei deutete sich das Spektakel früh an. Im Powerplay brachte Ty Ronning die Eisbären bereits in der vierten Minute mit seinem dritten Saisontor in Führung. Doch ausgerechnet Marcel Noebels schlug zurück. Der langjährige Berliner traf im ersten Spiel gegen seinen Ex-Klub zum 1:1 (8.). Nur 39 Sekunden später lag Berlin wieder vorne: Ronning bediente Liam Kirk, der zum 2:1 traf. Doch auch diese Führung hielt nicht. 36,5 Sekunden vor der ersten Pause stellte Brady Austin auf 2:2.
Und kaum hatte das zweite Drittel begonnen, war die Partie erstmals gedreht. Tim Fleischer nutzte ein Kölner Powerplay nach nur 46 Sekunden zum 3:2. Jetzt waren die Eisbären gefordert – und antworteten. Markus Vikingstad erzielte ebenfalls in Überzahl das 3:3, Andreas Eder sorgte in der 36. Minute für die erneute Berliner Führung.
Als zu Beginn des Schlussdrittels auch noch das 5:3 fiel, schien der Weg zum Auswärtssieg frei. Foudy brachte die Scheibe zum Tor, von Janne Juvonen sprang sie an Juhani Tyrväinen und von dort über die Linie. Zwei Tore Vorsprung, weniger als 19 Minuten zu spielen – und lange hatte Berlin die Partie im Griff.
Bis Köln alles riskierte. Juvonen verließ für einen zusätzlichen Feldspieler das Tor und plötzlich wurde aus einem scheinbar entschiedenen Spiel ein Krimi. Wieder war es Noebels, der zuschlug. In der 58. Minute verkürzte der Ex-Eisbär mit seinem zweiten Treffer auf 4:5. Die Lanxess Arena war wieder da – und die Eisbären gerieten unter Druck.
Dann wurde es richtig dramatisch. Kai Wissmann kassierte wegen Spielverzögerung eine folgenschwere Strafe, Köln bekam eine doppelte Überzahl. 91 Sekunden boten sich den Haien, um die Partie doch noch zu retten. Patrick Russell brauchte weniger: In der 59. Minute fiel tatsächlich das 5:5. Der Berliner Zwei-Tore-Vorsprung war dahin.
In der Verlängerung bekamen die Eisbären ihrerseits die große Chance zur Entscheidung. Powerplay für Berlin, Auszeit von Éric Dubois – doch der Puck wollte nicht ins Tor. Nach 65 Minuten stand es weiterhin 5:5. Das Penaltyschießen musste entscheiden.
Dort hielt die Spannung an. Die ersten drei Schützen auf beiden Seiten scheiterten. Auch danach wollte zunächst niemand treffen. Bis Jean-Luc Foudy anlief.
Foudy verwandelte als einziger Schütze und entschied damit die Partie offiziell mit 6:5 n.P. für Berlin. Ausgerechnet der Neuzugang, der an diesem Abend erstmals das Eisbären-Trikot in einem DEL-Spiel trug, setzte den Schlusspunkt unter ein Spiel, das längst entschieden schien und beinahe noch komplett gekippt wäre.
Die Eisbären nehmen zwei Punkte aus Köln mit. Fünf eigene Treffer im laufenden Spiel zeigen die offensive Qualität, zwei Gegentore in den letzten Minuten aber auch, woran noch gearbeitet werden muss. Nach der 3:4-Niederlage in Mannheim verspielte Berlin erneut eine Führung – diesmal allerdings mit Happy End.
Und für Jean-Luc Foudy dürfte dieser Abend ohnehin unvergesslich bleiben: erstes DEL-Spiel, entscheidender Penalty, erster Auswärtssieg. Ein Debüt mit perfekter Pointe.
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