16.10.2026: 3:4 gegen München: Siegesserie gerissen – die Eisbären zeigen ungewohnte Schwächen

Nach sechs DEL-Siegen in Folge hat es die Eisbären Berlin wieder erwischt. Gegen Red Bull München setzte es eine 3:4-Heimniederlage, die am Ende durchaus verdient war. Denn während die Berliner zuletzt mit defensiver Stabilität und Effizienz überzeugten, offenbarten sie diesmal einige Schwächen. Zu viele individuelle Fehler, ein fahriger Spielaufbau und offensiv zunehmend wenig Ideen. München nutzte das konsequent aus und beendete nebenbei auch die beeindruckende Shutout-Serie von Jonas Neffin.

Dabei begann die Partie durchaus vielversprechend. Ty Ronning brachte die Eisbären früh in Führung, doch nur 13 Sekunden später stand es bereits 1:1. Ein erster Vorgeschmack darauf, dass die Berliner Defensive diesmal längst nicht so sattelfest war wie zuletzt. Auch die Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Freddy Tiffels nach nicht einmal elf Minuten machte die Aufgabe nicht leichter. Immerhin funktionierte das Unterzahlspiel hervorragend, und Liam Kirk sorgte noch vor der ersten Pause für die erneute Führung.

Doch danach verloren die Eisbären zunehmend den Zugriff auf die Partie. Der schnelle Münchner Ausgleich zu Beginn des zweiten Drittels passte ins Bild. Defensiv ließ man dem Gegner zu viele Räume, im Spielaufbau fehlte die gewohnte Präzision und offensiv wurde es zunehmend überschaubar. Auffällig war einmal mehr die Abhängigkeit von Liam Kirk und Ty Ronning. Beide lieferten erneut, doch dahinter kam insgesamt zu wenig. Gerade gegen einen Gegner wie München reicht es eben nicht, wenn die entscheidenden Impulse fast ausschließlich von zwei Spielern ausgehen.

Im Schlussdrittel bestrafte München die Berliner Nachlässigkeiten konsequent. Nach dem 2:3 in Unterzahl fanden die Eisbären kaum noch Lösungen gegen die kompakte Defensive der Gäste. Selbst eine Überzahlchance blieb ungenutzt, weil man wieder einmal zu kompliziert agierte. Statt konsequent den Abschluss zu suchen, wurde die Scheibe zu oft hin und her geschoben. Das 2:4 durch Yasin Ehliz war schließlich die Quittung, Kirks später Anschlusstreffer nur noch Ergebniskosmetik.

Natürlich ist nach sechs DEL-Siegen in Folge eine Niederlage kein Beinbruch. Dennoch hat dieses Spiel gezeigt, woran Éric Dubois mit seiner Mannschaft arbeiten muss. Die defensive Stabilität der vergangenen Wochen war diesmal nicht vorhanden, und offensiv fehlt es weiterhin an Alternativen, wenn die Topspieler nicht alles allein richten können. Jonas Neffin sollte man die vier Gegentore jedenfalls nicht ankreiden. Seine Vorderleute machten es ihm diesmal unnötig schwer.

München war an diesem Abend die abgezocktere Mannschaft und hat die Fehler der Eisbären konsequent bestraft. Entscheidend wird nun sein, wie die Berliner auf diesen Rückschlag reagieren. Denn die vergangenen Wochen waren beeindruckend, aber gegen starke Gegner braucht es über 60 Minuten mehr Konzentration, Struktur und offensive Durchschlagskraft.

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