18.10.2026: 4:0 in Krefeld: Neffin hält wieder die Null – aber das Ergebnis täuscht
Die Eisbären Berlin haben die richtige Antwort auf die Niederlage gegen München gegeben und beim starken Aufsteiger Krefeld mit 4:0 gewonnen. Klingt nach einer klaren Angelegenheit, war es aber keineswegs. Denn wer nur auf das Ergebnis schaut, verpasst die eigentliche Geschichte dieses Spiels: Krefeld war über weite Strecken mindestens ebenbürtig und machte dem Deutschen Meister das Leben verdammt schwer. Dass am Ende trotzdem ein deutlicher Sieg heraussprang, lag vor allem an einem Mann: Jonas Neffin.
Fünf Shutouts in sieben Spielen! Was der Junge momentan im Berliner Tor veranstaltet, ist schlichtweg unglaublich. Wieder einmal war Neffin der entscheidende Rückhalt, gerade als Krefeld mit aggressivem Forechecking die Eisbären ordentlich unter Druck setzte. Die Berliner hatten phasenweise erhebliche Probleme, sich aus der eigenen Zone zu befreien und ihr gewohntes Offensivspiel aufzuziehen. Das erinnerte stellenweise unangenehm an die Schwächen gegen München. Nur dass diesmal hinten einer stand, der einfach nichts durchließ.
Vorne brachte Markus Vikingstad die Eisbären früh in Führung, doch danach war von spielerischer Überlegenheit lange wenig zu sehen. Krefeld kämpfte, lief und störte konsequent. Dass der Aufsteiger dem zwölfmaligen Deutschen Meister derart Paroli bieten konnte, sollte Trainer Éric Dubois durchaus zu denken geben. Gerade im Spielaufbau und bei der Kontrolle des Spielgeschehens bleibt Luft nach oben. Nicht immer wird Neffin alles ausbügeln können.
Umso erfreulicher war der Auftritt von Tobias Krestan. Der 18-Jährige belohnte seine starke Leistung mit seinem ersten DEL-Tor und sorgte damit im Schlussdrittel für die Vorentscheidung. Genau solche Geschichten machen Spaß! Während die etablierten Stars nicht immer glänzten, übernahm der Nachwuchs Verantwortung. Vikingstad und Andreas Eder schraubten das Ergebnis anschließend noch auf 4:0, was den tatsächlichen Spielverlauf allerdings nur bedingt widerspiegelt.
Unterm Strich stehen drei wichtige Punkte, eine gelungene Reaktion auf München und ein Torhüter, der gerade eine beinahe unglaubliche Saison spielt. Aber die Eisbären sollten sich vom deutlichen Ergebnis nicht blenden lassen. Krefeld hat gezeigt, wie man den Berliner Spielfluss empfindlich stören kann. Daran muss gearbeitet werden.
Und Jonas Neffin? Der darf gerne so weitermachen. Wobei man sich langsam fragen muss, ob der Mann überhaupt weiß, dass man als Torhüter auch Gegentore kassieren darf. Uns soll es recht sein!
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