9.10.2026: 5:0 gegen Wolfsburg: Eisbären feiern fünften Sieg in Serie – doch die Abhängigkeit von der Top-Reihe bleibt

Die Eisbären Berlin bleiben in der Erfolgsspur. Mit einem deutlichen 5:0-Heimsieg gegen die Grizzlys Wolfsburg feierte der DEL-Rekordmeister den fünften Sieg in Serie und setzte sich auch im zweiten Spitzenspiel hintereinander durch. Was am Ende nach einer klaren Angelegenheit aussah, war allerdings lange ein hartes Stück Arbeit. Wolfsburg hielt vor allem defensiv gut dagegen und machte den Berlinern das Leben schwer. Erst im zweiten Drittel fanden die Eisbären die entscheidenden Lösungen.

Einmal mehr war es die Top-Reihe um Liam Kirk, Ty Ronning und Frederik Tiffels, die den Unterschied machte. Tiffels traf doppelt, Kirk steuerte einen weiteren Treffer bei. Dazu verwandelte Jean-Luc Foudy einen Penalty souverän und Andreas Eder war im Powerplay erfolgreich. Offensiv läuft es derzeit hervorragend, allerdings bleibt die Abhängigkeit von der ersten Reihe auffällig. Gegen Wolfsburg konnten immerhin auch andere Spieler wichtige Akzente setzen. Gerade Foudy entwickelt sich zunehmend zu einer echten Verstärkung.

Besonders beeindruckend ist weiterhin Jonas Neffin. Der Torhüter feierte in seinem vierten DEL-Spiel bereits den dritten Shutout und bestätigte damit seine herausragende Form. Allerdings sollte man bei aller Begeisterung nicht übersehen, dass Wolfsburg durchaus Möglichkeiten hatte, insbesondere in Überzahl. Neffin musste mehrfach eingreifen und hielt seine Mannschaft gerade in wichtigen Phasen im Spiel. Die Defensive wirkt inzwischen deutlich stabiler, ist aber keineswegs unverwundbar.

Unter Éric Dubois haben die Eisbären nach den anfänglichen Schwierigkeiten offensichtlich ihren Rhythmus gefunden. Die Mannschaft spielt geduldiger, nutzt ihre Chancen konsequent und lässt sich auch von unangenehmen Gegnern nicht aus dem Konzept bringen. Dass man nach Nürnberg nun auch Wolfsburg deutlich bezwingen konnte, ist ein starkes Zeichen. Allerdings täuscht das klare Ergebnis etwas darüber hinweg, wie eng die Partie über weite Strecken tatsächlich war.

Fünf Siege in Serie, ein Torhüter in überragender Form und eine erste Reihe, die kaum zu stoppen ist – die Entwicklung stimmt. Trotzdem wäre es wichtig, wenn die offensive Verantwortung künftig auf noch mehr Schultern verteilt würde. Denn spätestens dann, wenn Kirk, Ronning und Tiffels einmal keinen Sahnetag erwischen, muss die Mannschaft beweisen, dass sie auch ohne ihre derzeitigen Erfolgsgaranten gewinnen kann.

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